Epic Days, Tage, an denen Lines bis zum Horizont angerollt kommen, sind toll. Doch sind nicht eigentlich die Sessions mit ein bisschen Onshore und mittelmäßigem Forecast, die spaßigsten? Wenig Leute im Wasser, geringe Erwartungen und ekstatische Freude, wenn sich auf einmal eine kleine Wedge zeigt oder einer von zehn Closeouts offen bleibt - großartig!

 

Willkommen zu unserer neuen Rubrik "Average Days" - der hässlischen Cousine der Epic Days, deren Qualitäten man erst auf den zweiten Blick checkt.

 

Ein Beispiel für einen tollen Average Day zeigte sich letzten Sonntag, als Lennart Girard mit seinem kalifornischen Gast Sam Einstein an diesen Spot an der Dänischen Westküste reiste. Hier ist Lenny's Bericht:

"Es war ein wenig heikel, eben diesen Spot anzufahren. Ja, die Welle läuft manchmal wieder - ob sie es aber bei dem Forecast auch tun würde, der zwar ordentlich Swell ansagte, aber aus sehr nördlicher Richtung kam und von viel Wind  begleitet wurde, stand in den Sternen.

In der ersten Hälfte des Tages kamen die Sets häufig aus der falschen Richtung oder waren zu groß, um auf der Bank zu  brechen. Viel Gepaddel  und ein schmerzhafter Hagelschauer blieben in Erinnerung. Selbstverständlich wurden trotzdem viele Wellen gesurft. Das Line-up bestand Anfangs zu 95% aus Kielern, der einzige Nicht-Kieler war der Schweiz-Kalifornier Sam Einstein, der sich schon gut an die paar Extra-Millimeter Neopren sowie Handschuhe, Haube und Booties gewöhnt zu haben schien und sich an der teilweise recht steilen Left ausließ.

Über den Tag  wurde der Wind immer schwächer, der Swell kleiner und letztendlich die Crowd dünner. Friedrich Meissner dingte schon morgens sein Brett, sodass er sich gegen Abend mit Kamera am Ufer wiederfand und dokumentierte, wie sich die drei Goofyfooter Carsten Dose, Olaf Poser und Sam ein Battle lieferten, wie es in Dänemark selten zu sehen ist. Die Welle saugte sich nun immer öfter über die flache Bank an der Inside und erlaubte Manöver jeder Art.  Klar, es war nicht offshore, nicht groß und auch nicht wirklich sauber - aber dafür unglaublich konstant. Sam, der Venice Beach sein Zuhause nennt, empfand die Welle spaßiger als so gut wie jeden Spot  vor seiner Haustür. Scheint so, als würden wir Norddeutschen wohl doch nicht am komplett falschen Fleck leben."

 

Fotos: Friedrich Meissner 

 

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