Rick Kane... Könnt ihr euch noch an Rick Kane erinnern? Den Surfer aus NORTH SHORE – DIE WELLENREITER VON OAHU? Die Älteren unter euch wahrscheinlich schon, für die Jüngeren: Rick, ein Wavepool-Surfer aus Arizona kommt an die North Shore von Oahu, um es dort in richtigen Wellen mit der Weltelite aufzunehmen. Wirklich sehenswert. Allein schon, weil Occy eine kleine Rolle in dem Film hat.Wavegarden Surf Snowdonia Wales from above

Rick ist für das BLUE Magazine nach Nordwales gereist, um dort den ersten öffentlichen Wavegarden, Surf Snowdonia, zu surfen. Kann es jemanden Besseres als Rick Kane geben um diese Erfahrungen zu teilen? Rick ist mittlerweile zwar schon gut 48 Jahre alt, aber was künstliche Wellen angeht ist er für uns DIE Instanz.

BLUE: Rick, du hast den weiten Weg aus Arizona, wo du wieder lebst, auf dich genommen, um die künstliche Welle in Wales zu surfen. Erzähl doch mal.

Rick Kane: Ja, Dude... Aber mal ganz kurz vorweg, was ist denn bitte mit den Engländern los?

Du meinst die Waliser?

Die was? Egal, die sind ja alle käseweiß und haben furchtbare Tattoos! Alle, sowohl die Männer als auch die Frauen! Scheint bei denen denn nie die Sonne?

Selten. Aber es geht ja jetzt nicht um die Waliser sondern um die Welle.

Die Wa..... was? Na egal. Klar, die Welle (lange Pause). Dude, und das Essen da. Ich möchte nicht behaupten, dass wie in Arizona Feinschmecker sind, aber das ist ja grauenhaft. Morgens haben sie mir eine Wurst, ein glibberiges Ei und Bohnen vorgesetzt, mittags gab es – rate mal?

Wurst?

Genau, Wurst in Blätterteig. Aber nicht den guten alten Hotdog, einfach ein fettiges, schlabberiges Würstchen. Und abends mussten wir über eine Stunde auf unsere Pizzen warten, die ein völlig fertiger Typ in seinem Kebab-Shop gemacht hat. Ich glaube der war auf Koks. Auf jeden Fall schien es erst so, als würde er super schnell arbeiten, letztendlich hat er gar nichts auf die Reihe bekommen. Krass geschwitzt hat der Typ.

Interessant, aber du warst ja nicht als Restaurantkritiker dort, sondern um die Welle zu testen.

Klar, die Welle. Sorry. Mann, eine Sache noch, weil es noch eine Story zu den Pizzen gibt. Irgendwann ist der Typ schweißgebadet und unsere Pizzen sind endlich fertig. Wir packen die also ein und düsen zum Hotel ein zwei Kilometer weiter, um dort zu Abend zu essen; kommen an die Rezeption, da sagt der Besitzer, dass wir auf den Zimmern keine Pizza essen dürfen... Kannst du dir das vorstellen, Mann? Der hat von uns für drei schäbige Zimmer 500 Euro für eine Nacht verlangt und hat uns verboten auf den Zimmer was zu essen... Crazy Shit! Dann haben wir die Pizzen tatsächlich im Dunkeln vor dem Hotel im Nieselregen auf dem Parkplatz gegessen.

Das ist natürlich schon eine Ansage. Nicht gerade billig und nicht gerade gastfreundlich. Aber jetzt kommen wir wirklich mal auf die Welle zu sprechen, immerhin spricht die ganze Welt von ihr.

Na klar, sorry. Bin ein bisschen vom Thema abgekommen. Wir sind also auf dem Weg zur Welle und wollen noch was zu Essen kaufen...

Seufz...

Und der einzige Laden in dem Kaff, ist die Post. Und da gibt es Obst und was man halt sonst so braucht. In der Post! Ha ha ha. Aber zurück zum Thema: Die Welle. Mann, die Welle ist schon ganz geil. Hat sich viel getan seit 1987! Ich bin das Ding natürlich hart geshreddet. Lefts, Rights, alles was geht. Ich hatte das Gefühl, dass noch nicht alles ganz abgestimmt ist, aber hey, wir waren in England und wir waren surfen.

In Wales!

Whatever. Also um uns herum nichts als Schafe und Berge. Wunderschöne raue Landschaft. Das merkt man auch an den Menschen dort. Ist nicht ganz einfach. Dort gibt’s kaum noch junge Leute. Die sind alle abgewandert nach Manchester oder Liverpool. Ist nicht Schweinsteiger gerade zu Man-U gewechselt? Ich bin ein großer Fußballfan!

Das ist richtig. Vielleicht unterhalten wir uns einfach über Fußball und Essen? Scheint dir mehr Spaß zu machen?

Das machen wir, Mann. Aber noch ein paar abschließende Worte zur Welle.

Oh! Ja bitte!

Gerne. Weißt du, man muss das einfach so sehen. Wir werden in Zukunft viele von diesen Wellen überall auf der Welt stehen haben. Manche werden funktionieren, manche nicht. Sie werden sich weiterentwickeln, es werden neue Systeme entstehen, die dann vielleicht auch ein bisschen stromsparender sind. Die wahren Surfer werden immer im Meer nach ihrer perfekten Welle suchen. Aber wenn man halt nur einen Tag Zeit und das Geld hat - denn billig ist der Spaß nicht - warum dann nicht ein paar Stunden in einem Wavepark bei sechs Fuß verbringen, anstatt zwei Fuß Onshore zu surfen? Es wird ein Nebeneinander geben. Und Dude, eines sage ich dir, es wird wieder Kids wie mich geben. Einen Engländer oder Wali-whatever, der im Wavepark lernt und dann erst irgendwann ans Meer kommt. Denn für Kids und Familien ist das Ding wirklich super. Ich hoffe nur, dass sie nicht auf Jungs wie Lance Burkhard treffen, der Typ ist nämlich uncool!

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Wahre Worte, vielen Dank Rick!

Das interview mit Rick führte Quirin Rohleder