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BLUE Interview: Nico von Rupp
Geschrieben von: Jens Steffenhagen Dienstag, den 07. Februar 2012 um 09:09 Uhr
Als Nico von Rupp kürzlich mit Marlon kalte, perfekte Barrels in Schottland surfte, waren nicht nur wir stoked über die Barrelriding Skills des Lissaboners.
Kurz darauf folgte dieses Best of Video seiner Sessions des Jahres 2011 - und die gesamte internationale Surf-Szene war geflasht: "What - he's German? That dude rips!" Von Surfline bis Surfersvillage spielte jede große Website den Clip. Nach einer Woche freuten sich seine Sponsoren Nike, Monster und Semente Surfboards über 40.000 Hits - und wir freuen uns, dass es nach Marlon ein zweiter Ex-Pat in die Beletage des Surfens schafft. Obwohl - warum eigentlich? Ist es nicht völlig egal, welche Nationalität im Pass steht? Schon, aber irgendwie stimmt es einfach zuversichtlich, zu sehen, dass man es auch als Deutscher schaffen kann, ein richtig guter Surfer zu werden - wenn man denn perfekte Bedingungen vor der Tür und genug Hunger im Herzen hat.
Vielleicht ist der Grund für unseren Beifall aber auch einfach, dass Nico der netteste Typ der Welt ist und sich den Erfolg mit seiner Bescheidenheit und seinen Skills mehr verdient hat als jeder Andere. Wir haben mal schnell bei ihm angeklopft, um herauszufinden, was der Jung so treibt.
BLUE: Hi Nico, Glückwunsch zu dem fetten Video! Man sieht, dass du technisch in den letzten 1-2 Jahren noch mal sehr viel besser geworden bist. Hast du einen privaten Trainer?
Nico von Rupp: Ich hab' sogar zwei Trainer. Aber der Hauptpunkt ist: Ich bin jetzt seit zwei Jahren bei Nike. Wenn man so 'ne starke Marke hinter sich hat, gibt dir das einfach die extra Motivation früher aufzustehen, länger zu surfen und noch härter zu trainieren.
BLUE: Wie läuft so ein Coaching denn ab?
Nico von Rupp: Ein Trainer ist für das Surftraining und für Contestsituationen da und der andere für Yoga und Fitness. Wenn ich zuhause bin und es gibt keine Wellen, dann trainiere ich trotzdem zwei Mal am Tag: Yoga früh morgens und nachmittags geht's in den Geräteraum.
BLUE: Marlon hat es auf die Worldtour geschafft. Ist das auch für dich ein Ziel oder hast du andere Pläne?
Nico von Rupp: Auf jeden Fall ist die WT mein Ziel, vorallem weil die das ganze Jahr lang perfekte Wellen surfen! Aber heutzutage erreicht man den Höhepunkt seiner Karriere meist erst mit 28 oder 30. Deswegen werde ich mich erstmal einfach auf mein Surfen konzentrieren und das so weit wie möglich verbessern - damit ich in der Weltelite mithalten kann.
BLUE: Du hast mir letztes Jahr erzählt, wie schwer es ist, an der Northshore - und besonders in Pipe - gute Wellen zu bekommen. Hat sich da dieses Jahr etwas geändert? Hast du dich in der Pecking Order schon nach oben gearbeitet?
Nico von Rupp: Oh ja, in diesem Jahr haben sich die Dinge für mich geändert: An einem Tag im Winter hatte ich 'ne Riesen Barrel in Off the Wall. Drei Stunden später kam Reef Macintosh zu mir. Er lachte, ich sollte eigentlich nicht im Wasser sein, sondern am Strand sitzen und Bier trinken, weil nicht viele Goofys an solchen Tagen Off the Wall surfen würden. Später kamen auch noch andere Locals zu mir und meinten, ich hätte eine Kariere mit dieser Session gemacht! Und tatsächlich: Auf einmal gab es viel mehr Platz für mich im Line up, hahaha!
BLUE: Du bist ein unglaublich guter Barrelrider - Welche Tipps hast du für intermediate Surfer, die ihre erste Tube suchen?
Nico von Rupp: Am besten alleine nach Indo fliegen, den ganzen Tag nur Bier saufen und rumliegen und nur surfen gehen, wenn es keine wellen gibt.
BLUE: Hmm, das Programm probieren einige Deutsche ja ganz gern aus... Aber bis nach Teahupoo bringt einen dieses Training wohl eher nicht. War die Chopes Welle am Ende deines Clips die beste Welle deines Lebens?
Nico von Rupp: Ja auf jeden Fall. Die Welle war die Beste, die ich bisher gesurft bin! Die Bedingungen waren echt krass. Riesig groß mit vielen Sets in Tow-In-Size. Um an so einem Tag im richtigen Spot zu sein, muss man auch riskieren, ein Set auf's Maul zu bekommen. Es war echt kein Spaß... Wir sind stundenlang gesurft, bis diese perfekte Welle auf mich zu kam. Ich wusste es sofort: IT'S NOW OR NEVAAA...!
BLUE: Thanks, Nic!
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