Regisseur Ira Opper lässt die Anfänge der spannendsten Spot-Entdeckung der Geschichte wieder aufleben. "Secrets of Desert Point" erzählt die Geschichte von Indo-Pionier Bill Heick, der zusammen mit seiner Crew auf eine der besten Lefts der Welt stieß - und die Entdeckung mehr als zehn Jahre geheim hielt. Mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial und Bill als Erzähler, rekonstruiert Ira die spektakulären Expeditionen zum einst bestgehüteten Geheimnis der Surfwelt. Unser Kollege Zander Morton vom Surfer Magazine hat Ira angerufen, um einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Films zu bekommen.

Secrets Of Desert Point Ira Opper
Surf-Doku Legende Ira Opper.

Wie ist "Secrets of Desert Point" entstanden?

Bill Heick und ich trafen uns vor etwa 20 Jahren auf einem Snowboardtrip. Wir campten irgendwo in den Kanadischen Bergen und lernten uns schnell kennen und schätzen. Nach ein paar Tagen packte Bill aus und erzählte mir die gesamte Geschichte dieser unfassbaren Entdeckung. Über zehn Jahre später kam Bill dann mit einem Haufen Festplatten voller Archivmaterial bei mir vorbei und wir begannen uns durch die Bilder zu wühlen. Uns wurde ziemlich schnell klar, dass die Aufnahmen sogar Bills Erzählungen in den Schatten stellten und genug Material für eine umfassende Doku boten.

Secrets Of Deserts Blue
Die Golden Beards Crew von Bill Heick: "No talk, no maps, no photos!"

Der Film ist voller historischer Aufnahmen der Anfänge von Deserts. Wie viel Arbeit war es, das ganze Material zu sichten?

Ich habe den Großteil meines Lebens im Dokumentarfilmgenre verbracht. Überlicherweise läuft es so, dass die Idee für ein Skript zuerst da ist und man sich anschließend das Material zusammensucht, um die Geschichte drumherum zu bauen. Dieses Projekt war besonders, weil es genau andersherum kam. Wir hatten einen ganzen Berg an unveröffentlichten und ziemlich unglaublichen Aufnahmen - und eine Geschichte, die so noch keiner gehört hat. Die Jungs haben für diese Welle und dieses Geheimnis ihr Leben auf's Spiel gesetzt.

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Secrets Desert Point
Menschenleere Deserts-Perfektion. Gibt's heutzutage nur noch in Photoshop.

Meinst du, so eine Entdeckung ist heutzutage noch möglich? Könnte es irgendwo in Indonesien eine andere kleine Crew geben, die scored und schweigt, wie Bill und seine Freunde?

Das bezweifle ich stark. Und das ist ein weiterer Punkt, der diese Geschichte so besonders macht. Die Jungs sind damals nach Kompass und Karte gesegelt. Es war einfach eine andere Welt. Jetzt gibt's Google Maps, GPS, Forecasts und vieles mehr - Da bleibt wenig vom alten Pioniergeist. Ich würde sagen, die meisten Spots wurden schon mal gesurft. Sicherlich gibt es noch unentdeckte Spots da draußen. Wahrscheinlich in der Arktis oder im Norden Kanadas. Doch eine 400 Yard Barrel wie Deserts über ein Jahrzehnt nur mit seinen Freunden zu teilen? Das stelle ich mir schwierig vor. Gerade in unseren Zeiten, wo sich alles um "look at me" dreht. Bill und die Jungs haben über Jahre hinweg hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass niemand sah, wohin sie aufbrachen. Es war also genau das Gegenteil: "Hier gibt's nichts zu sehen!"

Secrets of Desert Point tourt aktuell auf der Surf Film Nacht durch die besten Kinos Nordeuropas. Diesen Film muss man unbedingt auf der großen Leinwand mit seiner ganzen Crew sehen. Sagt euren Freunden Bescheid und lasst euch inspirieren: Termine & Tickets gibt es auf www.surffilmnacht.de

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Credits

Zander Morton
Surfer 
Bill Heick