Hier ist Teil zwei von Michi Mohr’s Europa Tour in dem er Irland einen Besuch abstattet.

UP NORTH

Die 15-stündige Fahrt auf der Fähre zieht sich etwas, da auf dem Schiff keine Kabinen mehr zu buchen waren. Sie ist die letzte Fähre, die zu einem normalen Preis das europäische Festland verlässt. Zwei Tage später gehen die Preise dann für den ganzen Sommer über auf das Dreifache rauf. Auf der grünen Insel angekommen, begrüßt mich bestes irisches Sommerwetter für die dreistündige Fahrt an die Westcoast. Michi Mohr doing Europe Irland

In meinen sechs Wochen in Irland erlebte ich jegliche Art von Surfbedingungen, und dies meist alleine oder mit ein paar freundlichen Dudes im Wasser.

Von tagelangen Flatspells über riesige Swells mit acht Windstärken, über kopfhohe perfekte Beachbreaks. Doch eine Konstante gab es: den Regen. Die Hochdruck-Wetterlage, die in Deutschland und Südeuropa für den Jahrhundertsommer sorgte, drückte alle Tiefdruckgebiete über Monate hinweg nach Norden. Die Temperaturgrenze ab Nord-Frankreich war wirklich beeindruckend, innerhalb weniger hundert Kilometer fiel das Thermometer um circa 20 Grad. 

Ohne Local Knowledge wäre der Surf hier im Norden sehr mühsam.

Denn neben hohen Gezeitenunterschieden gibt es sehr viele Buchten, Points und Beaches mit verschiedenen Ausrichtungen für Swell und Wind. Durch viele Tipps meiner Freunde in Irland und Flexibilität durch den Camper surfe ich dann doch fast jeden Tag. An guten Tagen kann man unzählige Sessions haben, da es von fünf bis fast 23 Uhr hell ist. Jedoch bleibt auch nicht viel zu tun nach dem Surf wenn es einfach Wochen am Stück durchregnet. Zum Glück gibt es gefühlt auf zehn Iren ein Pub und im Sommer sind permanent traditionelle Musikfestivals und Livebands an jeder Ecke. Der Guiness Konsum bleibt da nicht aus. Sobald sich die Sonne dann einmal zeigt und der Wind nachlässt bieten sich die wunderschönsten Farben aus tiefblauem Ozean, dem grünsten Grün und tausend Farben am Himmel beim Sonnenuntergang. 

Nach sechs Wochen, 4000km, allen Surfbedingungen zwischen null und 20 Fuß und vielen unvergesslichen Abenden mit meinen irischen Freunden wird es Zeit wieder auf die Fähre ans Mainland zu gehen. Die Forecasts für Frankreich sehen vielversprechend aus. Ich werde mich sicher im Herbst noch einmal gen Norden aufmachen, wenn die großen Groundswells die Weltklasse-Setups zum Feuern bringen. 

Text & Fotos: Michi Mohr