Die holländischen Locals sind Optimisten, gezwungenermaßen. Es ist diesig, grau, kalt und inzwischen auch verdammt crowded. Die Surfszene hat kalifornische Ausmaße angenommen: Die alte Garde zieht nach wie vor ihre Bahnen, dazwischen nehmen auffällig viele talentierte Grommets alles auseinander, was übrig bleibt. . Die bunten Foamies der Surfschulen segeln durch den Shorebreak. Die Umkleidekabinen und warmen Duschen der Clubhäuser sind das ganze Jahr über geöffnet. Kooks, Pros, Touris, Locals und alle dazwischen sitzen Schulter an Schulter im Lineup.

Always Out There Hartbeach
Mitte Dezember. 22 Uhr. Out there!

Doch es gibt wenige, die ,,den guten alten Zeiten’’ hinterher trauern. ,,Lekker gezellig, joh!’’. Sowieso ist in Holland das Meiste entweder ,,lekker’’ oder ,,gezellig’’, oder beides. Diese unerschütterlich positive Grundeinstellung der Community ist ansteckend. Die launische Nordsee wird mit charmanter Selbstironie ausgekontert und trotzdem wird Surfkultur zelebriert. Das ganze Unterfangen ist ernst und absurd zugleich.

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Always Out There Nightsurf Bottomturn
Stirnlampen-Bottomturn unter Scheveningens Pier.

Ein Produkt dieser Szene ist die eingeschworene Local Crew, die keinen Swell auslässt. Auch nicht im Winter - mitten in der Nacht. Dafür gibt's ja wasserfeste Stirnlampen und die Neonlichter des Piers. 

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Credits:

Surfers: Hartbeach
Covershot: Jop Hermans
Edit: Blaffi & Dikke Timmy