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Es ist Herbst. Über den Strand von Scheveningen weht ein schwacher Südwind, und der jüngste Sturm hat einen surfbaren 9-Sekunden-Swell auf den Weg gebracht. Entsprechend voll ist der Lineup an Hollands beliebtestem Surfspot. Nach zwei Stunden in der kühlen Nordsee habe ich genug und gehe aus dem Wasser. Doch was ist das? In gut 200 Metern Entfernung bewegt sich ein skurriles Gebilde mit weißen Segeln wie von Geisterhand gesteuert über den Sand.


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Was ich an diesem Nachmittag in Holland erlebte, war keine Fata Morgana. Vielmehr stand ich vor einem „Strandbeest“, ein „Strandgeschöpf“ des niederländischen Künstlers Theo Jansen. Seine imposanten Strandbeests fangen den Wind mit ihren hauchdünnen Flügeln ein und beginnen, sich mit seltsamen Bewegungen zu regen.

So als ströme Blut und nicht eine frische Brise durch ihre zierliche Gestalt und als bestünden ihre krabbelnden Glieder nicht aus Plastikrohren, sondern aus lebendigem Gewebe.

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Seit fast zwei Jahrzehnten arbeitet Theo Jansen mit viel Leidenschaft an der Erschaffung dieser neuen Lebensform, die sich aus eigener Kraft bewegen und sogar überleben kann. Die Fotografin und Künstlerin Lena Herzog hat Theo Jansen und die Evolution seiner Windwanderer sieben Jahre lang begleitet.

Für sie sind Theos Kreaturen „so komplex wie Insekten, aber so energiegeladen wie Pferde“.

Gemeinsam mit dem Co-Autor Lawrence Weschler hat Lena Herzog im Taschen Verlag einen 328 Seiten dicken XXL-Bildband veröffentlicht. In dieser fotografischen Hommage fängt sie Jansens Menagerie an den Stränden der Niederlande ein. Dort, wo seine Geschöpfe Sonne, Sand und Meer ausgesetzt, vor sich hintrotten und ihre Laufrichtung ändern, sobald ihre Fühler zu lockeren Sand oder Wasser erspüren, die ihre Bewegungen beeinträchtigen könnten.

„Sie haben nichts Unheimliches an sich, wie so viele andere Roboter, die verzweifelt lebensecht wirken wollen… sie scheinen fast so etwas wie eine Seele zu besitzen.“

Der Künstler

Der niederländische Künstler Theo Jansen studierte an der Universität von Delft Physik. Zu Beginn seiner künstlerischen Karriere war er zunächst als Maler aktiv, bis er eine fliegende Untertasse entwarf, die 1980 über Delft kreiste. Seitdem widmet er seine ganze Schaffenskraft den Strandbeests. Jansens Werk wurde in diversen Fernsehsendungen und in internationalen Medien wie The New Yorker, The New Scientist und Wired vorgestellt.

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Die Fotografin und Autorin

Lena Herzog ist eine multidisziplinäre Künstlerin. Sie hat Philosophie und Linguistik (Philologie) studiert und seit 1997 vor allem in den Bereichen Fotografie und Druckgrafik gearbeitet. Herzog hat sechs Fotobände herausgebracht. Ihre Arbeiten wurden u.a. in der New York Times, der Los Angeles Times, im New Yorker und der Paris Review veröffentlicht und rezensiert. Sie liefert regelmäßig künstlerische Beiträge für das Harper’s Magazine. Museen und Institutionen in der ganzen Welt sammeln und zeigen ihre Werke.

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Der Co-Autor

Lawrence Weschler ist emeritierter Direktor des New York Instituts für Geisteswissenschaften der New York University. Das langjährige Redaktionsmitglied des New Yorker hat mehr als fünfzehn Bücher verfasst, darunter den für den Pulitzer-Preis nominierten Titel „Mr. Wilsons Cabinet of Wonder und Everything That Rises: A Book of Convergences“, für das er 2007 vom Verband der US-amerikanischen Buchkritiker ausgezeichnet wurde. Er schreibt regelmäßig für die Threepenny Review, The Virginia Quarterly Review und McSweeney's.

 

Strandbeests 8Infos zum Buch

 Strandbeest. Die Traummaschinen von Theo Jansen
Hardcover mit 3 Ausklappseiten, 25 x 35 cm, 2,68 kg, 328 Seiten, € 60
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
erhältlich bei www.taschen.com 

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Fotos: Lena Herzog


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