Gastbeitrag von Jonas Bachan.

Der Plan: drei Wochen Indo, auf der Suche nach den schönsten Spots zwischen Bali, Lombok, Sumatra und einen Nias Contest obendrauf. Was kann da schon schiefgehen?
Leider verdammt viel!

Zwei Tage vor Abflug bekam ich die Info, dass die Waitingperiod für den Nias Contest, um den ich den gesamten Trip geplant hatte, verschoben wurde. Eine der besten Wellen der Welt im Heat mit nur drei anderen Typen teilen zu müssen wäre sicher cool gewesen, aber egal - Indo bleibt Indo!

Krui:

Also stattdessen nach Krui, Südsumatra. Nach sieben Stunden Autofahrt kamen wir an und konnten den nächsten Tag und den ersten Surf kaum erwarten. Man hatte mir schon viel von Krui erzählt: perfekte Wellen, warmes Wasser, nur vor dem Verkehr sollte man sich in Acht nehmen. Auf dem Weg zum Spot erfuhren wir, was gemeint war. Aus dem Nichts tauchte vor uns plötzlich ein kleines Mädchen auf der Hauptstraße auf. Mein ruckartiges Ausweichmanöver endete in einem unkontrollierten 360 into the Dirt, bei dem wir ordentlich Haut auf dem Asphalt ließen. Mit Schürfwunden an den Armen und Beinen kamen wir am Straßenrand zum Liegen und versuchten uns von dem Schreck zu erholen. Das Mädchen hatte es zum Glück nicht erwischt, aber das hinderte die Einheimischen nicht daran wutentbrannt auf uns loszugehen und uns den Scooter aus den Händen zu reißen. Wir wurden umzingelt und auf indonesisch angeschrien. Vermutlich drohte man uns, die Behörden ins Spiel zu bringen, sollten wir kein Geld locker machen. Nach einer halben Stunde, und jeder Menge Verständigungsprobleme, gab ich ihnen 500 000 IDR (ca. 30€). Wir bekamen den Scooter wieder, aber für den Rest unseres Krui-Aufenthalts fassten wir diesen nicht mehr an. Die Lust auf weitere Drift-Erfahrungen war uns sowieso vergangen. Meine Freundin konnte 10 Tage nicht ins Wasser und hat jetzt ihre Version von einem Indo Tattoo.

Jonas Bachan Indo Reef

Bali:

Stop Nummer zwei war Bali. Nach einer Woche Canggu verbrachten wir eine Nacht in Ubud in den Reisfeldern. Um 6 Uhr morgens fing es an: Das gesamte Hotel begann zu schwanken - und wir im obersten Stock. Ein Erdbeben mit dem Epizentrum im 120km entfernten Lombok erschütterte die ganze Insel. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Alles schrie. Das schlimmste Geräusch waren die Affen die, wie es schien, alle laut brüllend auf unserem Hoteldach saßen. Als Europäer ist man auch nicht wirklich darauf vorbereitet. Wir hatten keine Ahnung wohin man laufen sollte. Rauf? Runter? Später erfuhren wir, dass das Erdbeben eine 7 auf der Richterskala war und dass mehr als 140 Menschen ums leben kamen. Aus Lombok wurde also die Bukit-Halbinsel in Bali, wo wir die ersten Tage trotzdem nicht ans Wasser wollten, da für ganz Indonesien Tsunami-Alert angesagt war.

Jonas Bachan Still Smiling

(Doch nicht) Lombok:

Hier gönnte das Pech uns eine kurze Pause, bis sich meine Freundin mit der Finne eines geliehenen Softtops fast den Fuß absäbelte und so wieder mal aussitzen musste. Dafür durfte sie mich filmen, was ich als genauso gut empfand. Wir waren uns da nicht ganz einig... Die Watershots die ihr hier seht, sind am allerletzten Tag unseres Trips entstanden. Auch wenn der Trip alles andere als glatt lief, allein für diese Session hat sich das Ganze gelohnt.

Jonas Bachan Padang Barrel

Jonas Bachan Padang Padang

Cheers,

Jonas Bachan