Ein Gastbeitrag von Christian Bach.

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Malediven, die Mentawaiis für ambitionierte Amateure. Klares Wasser, gute Wellen und eine Sonne, unter welcher der Teutone erbarmungslos gegrillt wird. Bis der erste Wave Park im Umfeld des Münchner Flughafen eröffnet wird, liegt das Disneyland für Surfer 12 Stunden Flugstrecke Richtung Südosten. Ein gigantischer Theme-Park für Shredder, mit dem Boot zu durchreisen und auf Surfboards zu erleben.

Mighty Otter Island Hopping 
Sunrise.

Surf, Eat, Sleep... Repeat

Der Wind ist weg. Aus Kabbelwasser, auf dem man zuvor in Choppy Faces reingepaddelt ist, ist ein großer, öliger Umhang auf 28° Temperatur geworden. Wo eben noch die Sonne in jeder Unebenheit reflektiert wurde, schaut man jetzt direkt bis in die Gesichter von Korallenköpfen und agileren Riffbewohnern. Seehechte, Rotfeuerfische, Makrelen, Papageienfische, Schildkröten und darüber eine leichte Dünung, die sich auf die Riffkante hinzuschiebt. Ein Peak highlightet die größten Erhebungen des Riffs. Links davon formiert sich, was als Section auf einen zukommen wird. Ein kurzer Check der Inside, eine paar Korrekturen im Positioning, kurzes Zurücklehnen in das Volumen des Boards, Pop Out gefolgt von ein paar kräftigen Paddelzügen und gleichzeitig die Nose über die Bubble drücken. Das Tail hebt sich, das rechte Rail bekommt Zug und die Inside Fin Druck. Die Füße stehen im Wachs und vor einem erstrahlt die ganze Pracht des Riffs durch das lupenreine Konkav einer perfekten Rechten.

Surf, Eat, Sleep, … Repeat. Die Tage gleichen sich auf wunderbare Art und Weise. Rechts oder Links - das sind die Nuancen die zwischen 2 und 5 Fuß passieren. Mehr wird’s nicht. Weniger auch nicht. Selbst bei Sturm und 2 Fuß findet man noch was, um sich den Surf Monkey von der Schulter zu spülen. Von der Triton aufs Dingi und mit dem wahlweise direkt in den Break oder mit Zwischenstopp auf dem Doni um Boards zu tauschen und Finnen zu schrauben. Mehr Stress kann keiner brauchen. Die Oberschenkel bauen ab - man läuft ja keinen Schritt zu viel - Schultern und Rücken packen dafür ordentlich drauf. Egal ob man im lauen Wind an Deck, oder der Cosy Kabine schläft - die ersten Minuten nach dem Aufwachen sind dem eifrigen Ignorieren brutaler Muskelkater gewidmet. Danach kommt ein Kaffee und Cornflakes als early Snack und meistens hat man dann schon vor dem eigentlichen Frühstück ein bis 2 Stunden Surfen drin.

Mighty Otter Island Hopping Malediven Chrstian Barrel
Onshore-Laufband.

Mighty Otter Island Hopping Malediven Doni
Beiboot Quiver-Check.

Keeling it: Twinny Traumzustand

Jeder Break kennt seine besten Bedingungen - auf den Malediven kommt dazu meistens der Nebensatz, „andernfalls läuft die Inside“. Machines, ein Righthander im Mittelatoll, ist ein gutes Beispiel dafür. Während sich die Outside dem Onshore zugewandt vergleichsweise flach und unspektakulär präsentiert, sieht man vom in der Bucht geparkten Doni eine Barrel nach der nächsten durch die Inside laufen. Was draußen als Set Wave anbricht, verläuft sich in der Midsection oftmals relativ unspektakulär. Dafür macht sich Beachbreak Know How und ein Auge für Double Up und Reform bezahlt. Schaum suchen entlang der Riffkante der Midsection und dabei nicht vom ablaufenden Wasser aus der Take-Off Zone gespült werden. Aus wackeligem Weißwasser heraus einen Take-Off machen und dann früh dran sein, wenn der Rest der Set Welle auf ein bisschen Windswell trifft, fett wird, das Wasser glatt zieht, jeden Korallenkopf mit einem Wirbel markiert und einen pushy aber megaflachen Inside Racetrack formt. Rein oder raus? Fuck! Zu hoch oder zu tief? Set Up Turn oder Hand ins Wasser. Head Dip? Cover Up? Barrel?! Barrel! … Riff. Als Seestern durch die Endsection treiben. Ein paar kleine Schnitte hier und da. Nix Grobes und bei dem Wasser auch kaum Infektionsgefahr. Auf der nächsten Wall der nächste Surfer. „Wohoo, mach es, mach eeeeesssss! Pull in!“ Alle gedopt mit Adrenalin und Endorphin. Machine - geile Welle!

Ein bisschen mehr Paddelpower, wenn die Arme lang werden? Gegen Ende einer Session ein Board zu tauschen ist kein Problem. Einfach kurz durch den Channel zum Doni und gucken was man will. Shortboard? Nee, hab ich irgendwie grad keinen Bock. Danke. Lieber nochmal das große Single Fin probieren. Mid Section die Lippe attackieren - wer kann das schon. Lieber mit viel Glide bis zur nächsten Schulter und dann „swoosh“. Competitive Surfing - das können die Teenies an Bord eh viel besser. Bei den älteren Semestern setzt sich nach ein paar Sessions auf Thrustern die Gewissheit durch, dass ein bisschen mehr Schaum in einer alternativen Outline genug Performance bietet und die richtige Twin Fin genug Drive liefert, um das was möglich ist richtig gut zu machen. Keel Fish, Performance Twinny, Step Up Twinny - besser wird’s nicht mehr. Jedenfalls wenn man nach seinem eigenen Traumzustand sucht und surfen sich vor allem für einen selbst gut anfühlen soll. Hier, oder auf der nächsten Welle im nächsten Atoll.

Mighty Otter Maldives Bluemag Trip
Keeling it!

Bill Finnegan's Wake

Zwischen den einzelnen Breaks liegen immer wieder mal kürzere oder längere Überfahrten. Es bleibt immer ein bisschen was zu tun. Kraft tanken. 3 Warme Mahlzeiten pro Tag. Reis, Pasta, Gemüse und Curries. Viel Huhn und fangfrischer Fisch aus der See. Mega lecker. Der Smutje zaubert Tag für Tag in seiner kleinen Kombüse, und ist neben den Wellen der wichtigste Faktor, um die Stimmung an Boot hochzuhalten. Nach 2 Tagen, kann sich kaum noch jemand ein Leben ohne scharfes Curry vorstellen. Man ist sich einig, was die Ernährungslage angeht. Auch die fürs Gehirn. Barbarian Days - Barbarentage - hat es in 5 von 10 Reisetaschen an Bord geschafft. Finnegans Memoiren rund um sein Leben als Surfer ist scheinbar für eine ganze Folgegeneration an Surfern sowas wie das Versprechen geworden, doch etwas mehr zu sein, als eben nur der Hedonist der in seiner freien Zeit einfach nur aufs Brett steigt und dem Kopf die Freiheit lässt, sich keinen zu machen. Lesen. Universelles Bild für einen gewissen Selbstanspruch. Hier, der beste Weg um einem auftretenden Gefühl der Enge auf dem Boot zu entfliehen und sich eine Welt in den Wolken über maledivischem Wasser zu bauen. Mit noch mehr Meer. Potenziellen nächsten Zielen und Orten, an denen Boards ins Wasser zu tragen und Schlachten im Line-Up zu schlagen sind. Mit der großen Axt versteht sich. Bis die ganze Horde wieder an Bord sitzt und sich beim Bier die Highlights noch einmal rekapituliert. Chapter 12 - Malediven.

Mighty Otter Malediven Coffee Break
Coffein.

Man wird zur Crew. Man tauscht sich aus, wie man Finnegan Ausschweifungen versteht, zwischen Rekapitulation von Spots und Wellen und Reflexion der Befindlichkeit des Autors im Bezug auf seine Familiengeschichte, Weltgeschichte und Beziehungsgeschichten - beim Essen. Wenn sich 10 Leute in Boardshorts und oben ohne von mit Hemd und Hose bekleideten Matrosen das Essen bringen lassen und sich vor deren Augen im Akkord den Reis aus Ihrem schwitzenden Bauchnabel kratzen „… kein Plan, warum das Buch Barbarentage heißt.“ Man muss wohl in den Zeiten der ersten Generation Surftraveler dabei gewesen sein, um die fundamentale Unvereinbarkeit von Surfing und Establishment und die von letzteren als Abkehr von allen zivilisatorischen Segnungen begriffene Barberei zu sehen, die man heute an vielen Stellen einfach nur für praktisch hält. No Shoes, no shirts no problem. Vor 50 Jahren ein Affront, heute ein Credo. Fuck it. Im Flieger kann man sich dann wieder über einen Haufen noch stärker schwitzender Mitflieger in Jogginghose lustig machen, die Ihre Noisecancelling-Kopfhörer als Sanctum der Postmoderne vor sich hertragen und über Ihre Base Cap und die Tunneltragenden Ohren streifen und den akkurat getrimmten Vollbart kraulen. Copy paste Mark Forster - tribal worrier hinterm Jägerzaun.

Die Outside Right von Mikado ist ein weiterer absoluter Traum, sobald nachmittags der Wind wegfällt und aus bröselnden Peaks zwei lange Sections mit einer fetten Schulter dazwischen werden. Sobald Rail und Finne Grip haben, wird es elektrisch. Schon beim ersten Take Off unter lautem Gebrüll der Freunde im Line Up. Tief in die Knie beim Bottom Turn, das Rail sinkt perfekt ein, am tiefsten Punkt der Push aus beiden Beinen den das Board mit einem wunderbaren Bounce aus ein großen, flexy Twin Fin beantwortet. Auf dem Weg Richtung Lip-Line geht es wieder in die Knie, off the top wird das Ende der Section sichtbar und damit auch klar, was als nächstes passiert. Ein weiterer Bottom Turn zum Set Up, dann sowas wie ein Round House Carve. Eine Finne für den Drive, sonst nix im Wasser was bremst. Der Curl hat einen eingeholt, der Push kommt und die nächste Section steht vor einem auf. Ein weiterer kurzer Push, wieder geht es off the top mit viel Speed nach unten. Das Wasser verliert seine ölige Textur. Bubbles steigen auf. Fuck. Flach hier. Super flach um genau zu sein. Die Welle fängt an zu bowlen. Lieber keine Scheiße bauen jetzt. Kein Outside Rail bog. Hinter dem Mix aus braun und grün des Riffs wird der Channel sichtbar. Türkisblaue Sicherheit, heute nix mehr mit Sprühplfaster und Co zu tun zu haben. Ein letzter Push von der Wall weg und den letzten Bottom Turn um die bowlende Endsection herum ausfahren. Das Brett ins tiefe Wasser laufen lassen und direkt wieder paddeln - manchmal klappt einfach alles. Über den Channel hinweg explodiert das Set grade vor dem gestrandeten Schiff, dass den Take Off zur Left des Spots markiert. Was wohl grade bei den Goofys da drüben geht? Immer mal wieder ist ein fetter Spray zu sehen. Wohl einiges!

Mighty Otter Shipwrecks
Leere Leinwand...

Mighty Otter Glassy
Quirin's Duktus.

Silicon Valley

Ein Boot ist neu. Und noch ein weiteres kleines dazu. Oh wow. Nach ein paar Tagen der Einsamkeit, liegen jetzt Nachbarn schaukelnd steuerbords im Channel neben der Inside von Mikado. Eine freundliche Rechte - was sich auf deutsch seltsam liest zieht jede Menge englischsprachige „Surfer“ an, die im Luxusresort 30 Minuten entfernt urlauben. Ein einfacher Take-off und eine lange, softe Schulter werden bei High-Tide stundenweise zum Trainingszentrum und Softboard Racetrack. Junge Australier - Top Surfer - sind von oben bis unten mit Zink eingeschmiert als Coaches tätig und schieben kreischende Amis, Brasilianer und Russen in die Wellen. Zwischendurch paddeln sie mit auf den Main-Peak und teilen sich lachend ein paar Wellen mit denen, die Surfen ebenfalls eher als Full-Time Nummer sehen. Man ist freundlich miteinander. Hier ist niemand Local und dementsprechend surf-schooling zu tolerieren. Die Frage nach den Resortpreisen, die seine Schüler bezahlen, wird mit einem breiten Grinsen und lässigem aufeinanderreiben von Daumen, Zeige- und Mittelfinger beantwortet. „Tech-people, huh?“ Kopfnicken. Solche Preise kann eigentlich nur das Silikon Valley bezahlen. Wie die Schüler so drauf seien? „Yeah, quite alright... but...“ Wieder eine Geste. Diesmal der Schnabel einer Ente vorm Mund. Krasse Laberbacken - alles klar. Ein übermotivierter Ami schiebt wieder und wieder seine Kinder in die Wellen die bereits gesurft werden: „We are all sharing waves!“ Kann er ja behaupten. Andererseits wäre es spannend zu wissen, wie er im Bezug auf seinen Broterwerb bereit wäre zu teilen. Fehlendes Know How wäre wohl das Hauptargument, nichts an alle anderen der Fairness halber auch was abzugeben. Man ist eben besser und hat damit alle Rechte. Eigentlich ironischerweise genau so, wie in jedem Surfbreak auch argumentiert wird. Nur würde er in Kirra, Blacks, Ericeira dazu noch ordentlich eine vom Line Up Enforcer hinter die Ohren bekommen. Aber das ist natürlich ganz was anderes und überhaupt nicht zu vergleichen. Und wenn doch - man hat die besseren Anwälte und wenn ihr mir blöd kommt, kauf ich das Land hier einfach. Okay - money wins. Man selbst ist in allen Bereichen so mittel, fühlt sich moralisch überlegen und verliert deshalb auch am Ende immer und am meisten. Mittelgut, mittel-elitär, mittelmäßig reich, bald mittel- und Surf-los. Selbstironisches lachen nach Rekapitulation der Gesellschaftssituation - 2019 hallo. Nachmittags fahren die Boote mit voller Kraft aus der Bucht aus. Die Triton schaukelt beträchtlich durch die Heckwellen. Kaffee läuft über Deck. Bitte Danke. Am Ende des Tages passt auch das - jeder im Boot hat Euch von der wirtschaftlichen Weltelite mindestens einmal Spray ins Gesicht geballert. Mittelmäßig souverän.

TPW-mentawai-article

Mighty Otter Crew
Crew.

Auch wenn eigentlich nicht viel geht, geht auf den Malediven immer irgendwas. Klar definierte Peaks sind in Mulis aka. Mushrooms momentan Fehlanzeige. Vielleicht hat der Spot deshalb zwei Namen. „Mulis“ ist höchstwahrscheinlich englischsprachigen Erstsurfern geschuldet, die beim Surfen der Rechts dem Muezzin der Inselmoschee zugehört und sich über die „Mullahs“ unterhalten haben. Mushrooms als Alternative? Nicht unbedingt. Drogen sind so oder so ein ziemlich heißes Thema hier auf den Malediven. Es gibt ein Crack- und Heroinproblem unter den jungen Einheimischen und radikale staatliche Verfolgung aller Suchtmittel. Statt Psylos im Ort zu kaufen, waren es also wohl eher die fetten Schwammkorallen im Line-Up Inspiration zum alternativen Namen. Wie große grüne Champignons liegen sie über das Riff verteilt. Vielleicht ist aber auch alles ganz anders. Wen will man das schon fragen. Den Local Surfern - den ersten und auch einzigen, die man im Verlauf des Trips sichten wird - ist es wohl Wurscht, wie die Besucher aus einer anderen Welt Ihren Spot nennen. Kids auf alten gelben gewordenen Shortboards mit Pro Stickern drauf. Ein Bild, wie man es aus allen tropischen Spots kennt, an denen die Wellenqualität hoch und das Pro Kopf Einkommen niedrig ist. Grinsende, tiefbraune Gesichter, weiße Teeny Hasenzähne. Stoke fürs Surfen und ein gelegentliches, anerkennendes Kopfnicken für die sonnenverbrannten Eindringlinge von anderswo. Die Kids sind stolz auf Ihren Break. Die Welle selbst? Mit so wenig Swell drauf reichen 2 Sessions pro Tag. Wer eine Welle mit Curve surfen will, muss sich einen Push in vom fast trockenen Riff suchen und dann das Surfen, was bei einem Beachbreak als Shorebreak durchgehen würde. Kniehohes Wasser auf Riff inklusive. Alles was Set mäßig reinkommt ist eine lange Wall ohne echte Curve. Wenig Rocker und etwas mehr Volumen im Brett ringen auch aus solchen Wellen Spaß ab. „Alright, dann fahren wir morgen Richtung Nord-Atoll.“ Passt auch gut, es ist eh wieder Chop drauf. Let’s roll.

Mighty Otter Storm
Interlude.

Mayhem

Der Wind, dem man eigentlich im Süden entfliehen wollte, bläst hier im Norden noch stärker. Der Crew macht es wenig aus. Man ist nach 8 Tagen zur Einheit geworden. Die Lust aufs Surfen hat einen im Wasser verbunden, auf dem Boot verbindet einen das Interesse am Weltgeschehen, ein bisschen Surf-Mainstream und viel Bullshit, das über literweise Pissbier in breitem süddeutschen Akzent kultiviert wird. Ob man das Gespräch auf dem Boot oder im Line-Up, zwischen vielleicht schlechten Wellen weiterführt, ist auch schon egal. Lustig wird’s eh. Zink drauf und los. Rip Tides - muss wohl Strömung da geben. Im Line-Up sitzen jeden Menge aufgepumpte Aussies auf Shortboards. Zwei Peaks entzerren das Ganze aber im positiven Sinne. Irgendwas ist immer zu haben. Und manchmal connected unerwartet was zwischen hier und da und ballert einen nach 70 Meter perfekter Wall direkt neben der Brazzo-Tante im Ultra-orange Neon Bikini wieder in den Channel. Was war jetzt krasser? Die unerwartete Perfektion einer ozeanischen Lippe geschaffen von Mutter Natur, oder das Schlauchboot im Gesicht des Neon Unfalls? Besser als ein kurzer, lieblich-dünner Wasserfilm zum Cover-Up kann es eigentlich nicht werden. Muss man Ihr ja nicht sagen. Für einen kurzen Moment verrennen sich zwei lokale Windsysteme ineinander. Alles auf Stopp. Windstille. Drückende Schwüle unter wolkenverhangenem Himmel. Schweiß, der sich versucht seinen Weg durchs Zink im Gesicht zu kämpfen. Alles wie auf Autopilot. Ein Peak, perfekte Kurven, 3 Mann verpassen, freie Bahn… Wahnsinn!

Sultans, inzwischen eine große Surfschule. Oder besser - der Pausenhof einer Surfschule. Absoluter Mayhem. Selbst aus den private Resorts karren sie die Leute auf Donis zum Prime Spot des Nord-Atolls. Der 2 bis 3 Fuß Forecast tut sein Übriges. Noch mehr Boote, noch mehr Donis, die Menschen ins Line-Up schießen, unermüdlich und gnadenlos. Franzosen die nach dem Zweiten Drop In dann doch kein Deutsch mehr können, dafür aber Zeichensprache. Den Daumen hoch - keine Sorge, mir ist nix passiert… Keine Sorge, das wäre mir in deutsch wie französisch total am Arsch vorbei gegangen. Aber wenn Du jetzt direkt in die nächste Set Welle zum nächsten Drop paddelst und meinen Homie auch noch burnst, dann fängst eine. „Desolée, je ne parle pas allemand…“ Ach jetzt auf einmal. Penner. „Ich Paddel wo ich will!“ Klar, es gibt hier auch Landsmänner, die fröhlich von Dingi aus direkt auf Deine Inside paddeln. Es ist Krieg. Es ist eigentlich immer Krieg in den Line-Ups von Sultans, Cokes, Chickens und Jails. Zumindest, wenn man das will. Entweder man lässt sich nicht darauf ein und ignoriert die Welle, die man zu Zweit oder gar nicht gesurft ist. Oder man ist eben mittendrin. Schützt die Inside. Verweist auf die Outside. Paddelt an, mit großen Gesten, weit ausholend, brutaler Entschlossenheit, die man sich mit literweise Sonnencreme in jede Furche des Gesichts geschmiert hat, ein bisschen Unsicherheit in Kopf und Herz was jetzt los ist, wenn man den Take Off vermasselt. Gesichtsverlust? Entschlossenheit, die aus der zinkverschmierten Visage gespült wurde. Sammeln, schauen wer’s mitbekommen hat, abschütteln von vorne anfangen. Das Streitgespräch von eben, schaut einen wütend aus einem Dingi heraus an. Early Lunch - gut das Ihr schon wieder abgefahren werdet. Die großen Boote sammeln Ihre Leute pünktlich zum Mittagessen nach Termin wieder ein. Auf der Triton ist man da nicht so streng - das Line Up lehrt sich wieder und man teilt sich die kommenden Sets bis tief ins Ende der Inside. Ob die 1,50 lange, oberschenkeldicke Muräne, die man gestern an die Wasseroberfläche gezogen hatte, inzwischen hier chillt? War ein harter Fight, bis man den Kollegen zum ersten mal in voller Pracht sehen konnte und dann wusste, dass man Ihn auf keinen Fall an Bord haben will. „He bite!“ Ein lapidarer Kommentar eines maledivischen Matrosen, während er die Hand-Line gekappt hat. Die Muräne hat sich wieder in die tiefen des Channels verzogen. Heute ist ein anderer Tag. Welcher eigentlich? Ein Sturm zieht auf. Geil, Bier trinken, angeln und Scheiße labern am Heck des Boots. Irgendjemand hat eben was wegen Packen gesagt. Jetzt schon? Welcher Tag ist heute. Wieviel Tage waren das jetzt wie im Flug? Jetzt dann schon wieder ins Flugzeug? Null Bock. Eine Welle noch. Nur eine!

Mighty Otter Sunset Q
Fin.

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Mighty Otter Surfboards bauen Surfboards für professionelle Amateure. Fun Shapes for Fun Waves! Mit diesem Motto im Ohr, wurde für 2019 der Malediven Boat Trip ins Auge genommen und als intensive Test und Refinement Mission durchgezogen. Wer genausoviel Spaß haben will wie die Otter-people checkt mal die Shapes G.Rip, Gone Electric, the Bachelor, the Train sowie der neue Shape Keeling It.
Check www.mightyottersurfboards.com

Elooa organisiert Surf- und Snowboard Trips für Leute die Lust haben, in einer guten Crew eine gute Zeit an den besten Spots der Welt zu haben. Für Elooa war unser guter alter Bekannter Heinz Löhle mit an Bord und hat dafür gesorgt, dass aus einem Haufen Menschen eine tighte Crew geworden ist. Cheers Heinz!
Check www.elooa.com 

Die Triton, sowie Ihr Doni die „Enough“ und das angehängte Dingi werden von einer Crew maledivischer Locals durch die Atolle von Süd bis Nord der Malediven gesteuert. Wir waren an den Spots „Machines“, „Mikados“, „Mulis“, „Riptides“, „Sultans“, „Jails“ und Honkeys.

Alex Papis kommt aus Wien und hat als Fotograf inzwischen für alle großen Boardsport News Channels und Action Sports Brands der Welt gearbeitet. Ein großartiges Auge für Szene, Farbe und Stimmung geben Alex’ Aufnahmen vom perfekten Moment ein ganz besonderes Flair. Checkt einfach mal sein Portfolio.
Check www.alexpapis.com