Surfen, Yoga und der Flow

GET OUT OF YOUR MIND...AND BACK TO YOUR SENSES

Wer kennt es nicht, diesen inneren „mindfuck“, das permanent drehende Gedanken-Karussell, das niemals still zu stehen scheint und das uns ständig dazu bringt etwas zu TUN, statt einfach mal zu SEIN. Wir lieben es sogar, denn Langeweile und Stillstand ist unser gefühlter Tod. Daher halten wir uns so gern beschäftigt, entweder mit physischer oder geistiger Bewegung, saugen massenweise Eindrücke über alle möglichen Kanäle auf und wundern uns darüber, wieso wir innerlich so durchgebrannt sind und bei unserem nächsten Surftrip erst mal runterkommen müssen, bevor wir wirklich entspannen können. Nach einigen Tagen am Meer verändert sich dann schnell etwas, wir werden gechillter, sind mehr im Fühlen als im Denken und können uns mehr auf den Moment einlassen und genießen. Beim Yoga ist das ähnlich, wir kommen mehr ins Gefühl und der Geist entspannt sich, so dass wir auch im grauen Alltag mehr im Flow sein können. Surfen und Yoga gilt inzwischen selbst im Mainstream als perfekte Symbiose. Dazu muss auch nicht mehr viel gesagt werden, denn Yoga und Surfen haben eine entscheidende Gemeinsamkeit, sie bringen uns ins...

...HIER UND JETZT

Das Hier und Jetzt ist dieser kleine Augenblick zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Sind wir beim Surfen nicht ganz präsent, sondern gedanklich in unserem Kopfkino gefangen, zeigt sich das insbesondere bei schwierigeren Surfbedingungen unmittelbar. Vielleicht kennst du es selbst, kaum hast du nicht aufgepasst, überrollt dich das nächste Freakset. Oder wenn auch nur der kleinste Zweifel beim Take-Off auftaucht, ist der Wipe-Out garantiert. Das Meer hat diese gewaltige Kraft und ist ständig in Bewegung, so dass uns nichts anderes übrig bleibt, als uns gedanklich leer zu machen, um uns mit diesem Element zu verbinden. Klingt komplizierter als es ist:

Ein surfender Zen-Master würde es so beschreiben: „Wenn ich die Wellen checke, checke ich die Wellen, wenn ich raus paddel, paddel ich raus, wenn ich surfe, surfe ich eben.“

Je präsenter wir mit unserer Aufmerksamkeit bei der Sache sind, umso stiller wird unser Geist, umso mehr sind wir mit diesem inneren Körpergefühl verbunden und sind instinktiv zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich in der Barrel statt davor.

surfen und yoga - not the place to be

NOT the place to be

 

THINK IT, FEEL IT, DO IT“ - Dennis Rastovich

Ob der Vater von David Rastovich schon mal was von Yoga oder Zen gehört hat? Zumindest ist er sich über diesen Zusammenhang zwischen dem Denken, dem Fühlen und dem Handeln bewusst. Wenn unser innerer Lärm zur Ruhe kommt und wir unseren Geist komplett auf etwas fokussieren können, wie z.B. einen Cutback, und unmittelbar das innere Gefühl von Gewissheit und Zuversicht empfinden, dann „manifestiert“ sich durch das Denken und Fühlen auch genau das in die Realität. Klar müssen wir erst einmal die entsprechenden Skills erworben haben, um uns nicht nur ein Manöver konkret vorstellen zu können, sondern es gefühlsmäßig auch als machbar zu empfinden.

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„POSITIVE MANIFESTATION MAMACITA“

Das sagte mir mal ein Punca Roca Local aus El Salvador, nachdem ich frustriert eine ganze Weile lang versucht hatte, diese für meine „german skills“ viel zu krasse Welle zu surfen. Nicht nur die vielen guten Locals im Wasser, sondern auch diese echt steilen Sections, die mich so einige Male bereits aufgefressen hatten, machten mir damals zu schaffen. Immerhin konnte ich aus dieser Situation etwas mitnehmen: Je verbissener wir im Wasser sind, je frustrierter und ungeduldiger wir werden, umso heftiger werden unsere Wipe-Outs. Wenn wir uns aber innerlich wieder entspannen können, geduldig und in einer „buena onda“ sprich den guten Vibes bleiben, wird es selbst an vollen Peaks mit guten Locals wahrscheinlicher, ein paar Wellen zu surfen. Also lovely German, solltest du dich diesen Sommer zwischen all den kleinen Frenchi Locals oder Bad Ass Surfern wiederfinden - Just BE happy and smile!

Surfen Yoga Place To Be

better place to be

 

BE MINDFUL - 3 ultimative Tipps für das Leben Im “Hier und Jetzt“

1. Be offline

Nutze deine freie Zeit mehr im Offline statt im Online Modus. Checke deine Emails und Social Media Accounts nicht mehr jede Stunde, sondern vielleicht nur noch 1-2 mal am Tag. Werde Produzent deines Lebens statt Konsument der Unterhaltungsindustrie und nutze deine Freizeit um in der Sonne zu chillen, Sport zu machen, kreativ zu sein oder mit Freunden abzuhängen.

2. Track your mind

Immer wenn du dich im Alltag gestresst fühlst, setz dich drei Minuten hin und beobachte deine Gedanken. Beobachte wieviele deiner Gedanken sich positiv bzw. negativ auf deine Stimmung auswirken. Je mehr du deinen Geist beobachtest, umso mehr wirst du feststellen können, dass Stress und negative Gefühle immer einen entsprechenden Gedanken als Ursache haben. Beobachte diese Gedanken und werde so zum unbeteiligten Zuschauer deines Kopfkinos.

3. Calm your mind

Beruhige deinen Geist, indem du dich ein paar Minuten pro Tag hinsetzt und deinen Atem beobachtest. Auch wenn die Gedanken am Anfang immer wieder mit dir druchgehen, bleibe gleichmütig und bringe den Fokus immer wieder zurück zum Atem. Der Geist kann genauso wie ein Muskel trainiert werden und wird so mit der Zeit stärker und lässt sich nicht mehr so schnell auf das Gedankenkarussell ein. Je besser du darin wirst, umso konzentrierter und fokussierter kannst du mit deiner Aufmerksamkeit auch bei allen Tätigkeiten des Alltags bleiben und bist innerlich entspannter und gleichzeitig unglaublich effizient, bei allem was du tust.

 

Text von Ela. Sie arbeitet als Yogalehrerin und Masseurin in Dortmund und unterrichtet diesen Sommer in der Atlantic Surflodge für das Soulyoga Surf & Yoga Retreat kraftvoll dynamisches Hatha Vinyasa Yoga und Mindfulness. Check it out: http://soulyoga-dortmund.de/retreat/