Eisbach Munchen By Igsm Ev

Was wir bisher über den Vorfall wissen

Am 16. April ereignete sich am Münchener Eisbach ein schrecklicher Unfall, bei dem eine 33-jährige Surferin reanimiert und ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Tragischerweise verstarb die Frau etwa eine Woche nach dem Unfall im Krankenhaus.


Im Namen der gesamten BLUE-Redaktion möchten wir den Hinterbliebenen und allen Angehörigen unser herzliches Beileid und tiefes Mitgefühl ausdrücken. Für alle Surfer, die bei der Session vor Ort waren und das Drama miterlebt haben, muss es ein traumatisches Erlebnis gewesen sein. Jeder, der sich an der versuchten Rettung beteiligt hat, möchten wir im Namen der Münchener Surf-Community danken. 


Was ist über die Ursache des tödlichen Unfalls am Eisbach in München bisher bekannt?

Der Unfall ereignete sich am 16. April am späten Mittwochabend, als die Frau beim Surfen vom Board stürzte und sich ihre am Knöchel befestigte Leash aus bislang ungeklärten Gründen am Grund des Eisbachs verhakte. Trotz sofortiger Hilfeversuche anderer Surfer konnte sie sich aufgrund der starken Strömung nicht selbst befreien und wurde unter Wasser gedrückt. Erst nach über 30 Minuten gelang es der Feuerwehr, sie zu bergen und zu reanimieren. Sie wurde in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. In den Folgetagen stabilisierte sich ihr Zustand, doch am 23. April erlag sie ihren Verletzungen.    


Die genaue Ursache des Unfalls ist weiterhin unklar. Es wird vermutet, dass sich die Leash an einem unbekannten Gegenstand auf dem Grund des Eisbachs verhakt haben könnte, möglicherweise an einem dort entsorgten Objekt wie einem Fahrrad oder E-Roller. Bisher wurde jedoch kein solcher Gegenstand gefunden. Die Polizei ermittelt weiterhin, und die Stadt München hat das Surfen an der Eisbachwelle bis auf Weiteres untersagt. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen wurde das Wasser im Eisbach abgesenkt, um die Unfallursache genauer untersuchen zu können.

Abschied Eisbach IGSM Credits Thomas Mandl 02

Die IGSM e.V. organisierte am 30. April ein Gedenktreffen für die verunglückte Surferin. Etwa 200 Surferinnen und Surfer versammelten sich am Sonntagnachmittag an der Wiese stromabwärts der Eisbachwelle, um der Verstorbenen zu gedenken. Foto: Thomas Mandl


Der tragische Vorfall hat die Surf-Community tief erschüttert und eine Diskussion über die Sicherheit an der beliebten Eisbachwelle ausgelöst. Es wird über mögliche strengere Sicherheitsvorkehrungen nachgedacht, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern. Es wäre sicherlich sinnvoll, durch Infotafeln auf die konkreten Gefahren des Surfens auf dem Eisbach hinzuweisen. Ebenso sollten Verhaltensregeln zum sicheren Surfen und Tipps zum Gebrauch von Leashes erarbeitet und ausgehängt werden. Die IGSM e. V. hat hierzu bereits konkrete Regeln für das Surfen an der Floßlände auf ihrer Website veröffentlicht.

Blue #22 Art Cover

Wird die Stadt München das Surfen im Eisbach jetzt dauerhaft verbieten?

Nach dem tragischen Tod einer 33-jährigen Surferin hat die Stadt München das Surfen an der Eisbachwelle im Englischen Garten bis auf Weiteres verboten. Dieses Verbot wurde am 23. April 2025 per Allgemeinverfügung erlassen und ersetzt die bisherige Regelung aus dem Jahr 2010, die das Surfen dort offiziell gestattete. Ein Verstoß gegen das Verbot kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.


Derzeit handelt es sich um eine vorübergehende Maßnahme. Die Stadt hat bisher keine Entscheidung über ein dauerhaftes Verbot getroffen.

Vielmehr sollen zunächst die genauen Umstände des Unfalls ermittelt und mögliche Sicherheitsvorkehrungen geprüft werden. Diskutiert wird unter anderem, ob die Fließgeschwindigkeit des Eisbachs reduziert oder die Welle baulich verändert werden kann, um die Sicherheit zu erhöhen.


Die IGSM e. V. hofft auf eine baldige Wiedereröffnung der Welle mit verbesserten Sicherheitsmaßnahmen. Ein dauerhaftes Verbot scheint unrealistisch zu sein. Die Eisbachwelle ist seit den 1970er-Jahren ein international bekannter Surfspot und ein fester Bestandteil der Münchner Stadtkultur. Ein vollständiges Verbot würde daher nicht nur die lokale Surfszene, sondern auch den Tourismus und das Stadtbild erheblich beeinflussen.


Surfregeln Flosslande Munchen


Stimmt es, dass der hinterbliebene Lebenspartner der Verstorbenen die Stadt München verklagt?

Ja, der Lebensgefährte der verstorbenen 33-jährigen Surferin hat nach dem tragischen Unfall an der Eisbachwelle in München Strafanzeige erstattet. Die Anzeige richtet sich gegen unbekannt und basiert auf dem Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Dies wurde öffentlich bekannt, nachdem die Frau am 24. April 2025 ihren Verletzungen erlegen war.


Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich um eine strafrechtliche Anzeige, nicht um eine zivilrechtliche Klage gegen die Stadt München. Ob der Lebensgefährte oder andere Angehörige zivilrechtliche Schritte gegen die Stadt einleiten werden, ist derzeit nicht bekannt. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen zur Unfallursache dauern an, und die Stadt hat das Surfen an der Eisbachwelle bis auf Weiteres untersagt.


Jeder, der am Eisbach oder der Floßlände surft, kann froh sein, dass die Surfer-Community durch die IGSM. gegenüber der Stadt vertreten wird.

Ohne diesen Verein hätten die Surfer keine Lobby und ein konstruktiver Austausch über die möglichen Konsequenzen des tödlichen Unfalls wäre schlicht unmöglich.
Wir möchten deshalb an dieser Stelle alle aktiven Münchener Riversurfer auffordern der IGSM beizutreten und so die wichtige ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen!


Hier gibt’s alle Infos zur Mitgliedschaft und den Antrag:

Jetzt Mitglied in der IGSM e.V. werden.

 


Abschied Eisbach IGSM Credits Thomas Mandl 01

Am Eisbach wurde ein Board aufgestellt, auf welchem die Surfer unterschrieben. Foto Thomas Mandl