Der Koenig Ist Tot

Die Triple Crown, unser emotionales Inselkolosseum im World Tour Kalender. Das ewige Finale auf Messers Schneide. Hier werden Männerherzen gebrochen, Helden geboren und Verträge verlängert. Ein dreiteiliger Blockbuster, der Memmen zu Männern macht; mit Taschenrechner. Denn bevor der North Shore endgültig im Piña Colada  ertrinkt, muss noch entschieden werden, wer so richtig mitfeiern darf. Im Glanze der Traumtournee oder vor den Toren der ständigen Berechnung. Im Schatten windiger Bauzaun-Contests ohne eigenen Parkplatz. Ohne betitelte Umkleide und ohne eigenen Security (weil eh keiner zuschaut). Getrieben durch Punkte zurück auf die Straße. Verdammt zu neuen Strategien und der Pflicht sich für die kommende Saison schon wieder neu zu erfinden. Leicht für die jungen wilden und umso schwerer für Kai Otton. 

02 Hereinspaziert

 

10 One John Ist Weltmeister

Die Saison 2016 ist Geschichte und das heißt Mathe. Schluss mit Eventualitäten und her mit den Fakten. Wer hat’s gepackt und wer muss einpacken? Bitte nicht zu speziell, denn auch mit Taschenrechner versteht das keiner (siehe Slater San Fran 2011). 22 Glückliche und zehn Überglückliche. One John ist Weltmeister, Conner Coffin hoffentlich Youngster des Jahres und Jordy Smith verliert seinen langjährigen Gesprächspartner für weiße Turnschuhe, Nat Young. Und Kelly Slater? Wills wirklich nur noch einmal wissen. Nicht von Cameron Diaz, Gisele Bündchen oder Pamela Anderson, sondern vom inneren Lagefeuer fürs eigene Geltungsbedürfnis. Voller Furcht, dass Institutionen wie Joel P. und Mick F. bald auch Hand in Hand in den Sonnenuntergang spazieren, liegt die Hoffnung auf den jungen Wilden, den wilden Jungen, den alten Neuen. 

00 Belastung Auf Allen Ebenen Der Kunst

Connor O’Leary, australischer Bilderbuchschönling mit Powerhouse-Surfing, geschmiedet in Wellen, die bereits Mark Occhilupo zum Weltmeister gemacht haben.

Ethan Ewing, North Straddie, zarte 18 und von Gold Coast-Legenden als „The Real Deal“ bezeichnet, könnte genau das Loch füllen, was Bede Durbo hinterlassen würde, wenn der Ruhestand klingelt. Die australische Rakete hat versehentlich auf einigen QS10000 Events gezündet und ihn im zweiten Jahr direkt auf die Torten Tour geschossen. 

Frederico Morais, besser bekannt als Kikas, ist die fleischgewordene portugiesische Hoffnung. Sonnengebräuntes Lächeln. Bewährt und bewahrheitet in den hawaiianischen Küstenstadien von Haleiwa bis Sunset. Gefeiert im Designermantel auf dem Bett einer Luxussuite für die portugiesische GQ, gereift in den magischen Händen von Richard “Dog” Marsh und begleitet durch gutes Management aus dem Hause Rohleder.

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Joan Duru! Endlich geschafft. Fast jeder Deutsche konnte die wohl giftigste Backhand der kommenden Saison bereits im eigenen Frankreichurlaub bewundern. 27 Jahre und hoffentlich für immer auf Tour, ist der Franzose das fehlende Puzzleteil für jede Art von World Tour. Auch im Tennis.

Leonardo Fioravanti ist der 18-Jährige Held der Römer. Der einzige wirkliche Gladiator, obwohl er die letzten acht Jahre meistens um Hossegor kämpfte und in diesem Jahr ungefähr 400 QS-Events gesurft ist. Zwischendrin stand der charismatische Italiener zum Jubiläum der Deutschen Meisterschaft sogar auf der Bühne, um Arne Bergwinkel zum Deutschen Meister zu krönen. 

Ian Gouveia entstammt den Lenden prestigeträchtiger Surfgenetik, lange bevor der „Brazilian Storm“ für starkes Unwetter sorgte. Von Freunden und Konkurrenten bis in den Surfolymp gelobt, lohnt sich das Googeln.

Ezekiel Lau! Der absolute Blockbuster unter den Qualifikations-Krimis. Durch Team-Pal Kanoa Igarashi und kollektives Aloha endlich erlöst vom ewigen Vorbeischrammen. Bilderbuchromantik unter Palmen spendiert Kanoa endlich auch ein paar Setwellen la Pipeline. 

03 Jadson Kurz Bevor Er Den Judge Tower Unter Traenen Stuermt

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Jadson Andre ist in der Band! Nicht weil sich Judge-Podium-stürmen in Portugal gelohnt hat, sondern Gott das so wollte. Zweiter in Florianopolis, Fünfter in Haleiwa und Siebter in Sunset. Dafür muss Keanu Asing gehen. Trotz seines Sieges in Frankreich, mit dem er bewiesen hat, dass auch für 1,65 meterkleine Tour-Statisten die große Stunde schlagen kann. Alles möglich ist, sogar weitsichtige Interviewaussagen direkt nach dem offiziellen Ausscheiden. Emotionsverarbeitung wie ein stolzer Wikinger. Scheiße und Dusty? Der Wächter vertikaler forehand Reo’s und muskelbepackter Man-Turns ohne Glitzer? Muss gehen! Ryan Callinan? Die bodenständigste Bescheidenheit, ohne Haarschnitt, seit es gottgegebenes Talent gibt? Muss auch gehen! Dafür darf Wiggolly Dantas bleiben. Der größte Sprayer auf Tour. Und damit auch sein Party liebender Bruder. Ein ruhiger Wasserelefant, mit dem man sich jeden Tour-Stopp schön trinken kann. Und Jackie Free? Alles im Lot bei Paul Speaker. Was wäre denn die Tour ohne die Coolnes des What Youth Apostels. Eben nur die Tour und Miguel Pupo ist ihr edelstes Mitglied. Herzlichen Glückwunsch. Der König ist tot, es lebe der König!

05 Wiggollys Bruder Das Party Animal

Alle Fotos: Konstantin Arnold (www.bynd-mag.com