Text: Patrick Reiners

Überall sprießen Surfcamps mit Yoga-Angebot aus den Boden. Längst wurde der Trend erkannt, sowohl Yoga mit dem Surfer Lifestyle zu vermarkten, als auch Surfer vom Yoga profitieren zu lassen. Doch was unterscheidet Yoga von anderen gymnastischen Bewegungsmethoden? 
Gerne wird es mit dem kurzen und knackigen Satz „Körper, Geist und Seele vereinen“ beschrieben.

Patrick Reiners Yoga Bluemag

Die Asanas (Körperhaltungen) verbinden Kräftigung, Dehnung und Balance miteinander. Diese Idee haben allerdings auch viele neue Sport- und Bewegungskonzepte übernommen, wie z.B. Calestetics, Body Weight Exercises oder Functional Movements. Der vermutlich größte Unterschied zum Yoga ist daher die Achtsamkeit auf sich und seinen Körper. Aber klingt das nicht etwas zu spirituell? Das hängt ganz stark davon ab, für welche Tradition sich man sich beim Yoga entscheidet. Es gibt Yoga-Kurse da wird gesungen, meditiert und philosophiert. Es gibt Yoga-Kurse, da verweilt man mehrere Minuten, ohne muskuläre Arbeit in einer Position z.B. beim Yin-Yoga. Sportler entscheiden sich deshalb häufig für Yoga-Stile wie Ashtanga Yoga, Vinyasa Yoga, Power Yoga oder spezielle Konzepte, die Yoga für Surfer anbieten und sich intensiv an den Ideen der eben genannten Stile orientieren, um so einen wirklichen Vorteil für Surfer zu erlangen.

Yoga findet nicht nur in unterschiedlichen Positionen auf der Matte statt. Wenn man möchte, kann man Yoga rund um die Uhr, betreiben. In meinen Augen ist es in erste Linie ein großartiges Werkzeug, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen.

Yoga Surfing Connection Gerry Lopez Pipeline

Was benötigen Wir an körperlichen Voraussetzungen fürs Surfen?
 Ganz gleich ob Bodysurfer, Shortboard oder Longboard-Surfer - Wir nutzen alle die Energie des Ozeans, um unsere Zellen voller Freude, Adrenalin und Endorphine zu pumpen. Aber wenn der Körper nicht mitspielt, kann die spaßigste Surf-Session schon im Shorebreak enden. Wir brauchen Ausdauer, um ins Line-Up zu paddeln und unter den Wellen durch zu tauchen. Wir brauchen Kraft im Oberkörper, um überhaupt voran zu kommen oder unseren Take-off auszuführen. Genauso wie die Kraft in den Beinen, um schöne Turns in die Welle zu zaubern. Wenn wir auf der Welle unterwegs sind, spielen sich Kraft (Beine und Rumpf) und Balance den Ball im ausgewogenen Wechsel zu. Und dann wäre da noch mehr oder minder regelmäßige Waschgänge. Gerade hier sollte unser Körper ein gewisses Maß an Flexibilität mit sich bringen, um Verletzungen vorzubeugen. Flexibilität ist im Übrigen auch eine vorteilhafte Eigenschaft, um neue Tricks zu üben bzw. einfach stylisch auf der Welle zu surfen!


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Wenn Dein Körper Dir signalisiert, dass es nun reicht, die Welle zu groß ist oder Du keine Kraft mehr hast, dann hilft Dir die Achtsamkeit, diese Signale auch zu erkennen und zu deuten. Wir brauchen also Kraft im gesamten Körper, ein solides Maß an Gleichgewicht, sowie Ausdauer, Flexibilität und eine Verbindung zu unserem Körper und der Natur.

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Kann uns Yoga nun wirklich helfen und wie starte ich am besten?
 Ja. Yoga kann Surfern in zweierlei Hinsicht helfen. Zum einen für den Sport und zum anderen für den Alltag. Yoga-Stunden sind in der Regel so konzipiert, dass Du sie jeden Tag absolvieren kannst. Daher kann und wird sich dein Körper sehr schnell anpassen und die physischen Voraussetzungen deutlich verbessern. Egal ob du noch am selben Tag surfen gehst oder vielleicht gerade Flaute ist, mit einer tollen Yoga-Routine tust du deinem Körper täglich etwas Gutes. Du wirst stärker werden, funktionelle Muskulatur aufbauen, einen flexiblen Körper entwickeln, deine Balance verbessern und deinen Körper auf eine ganz neue Weise sehen und verstehen. Als Surfer sollten wir die Natur genauso schätzen, wie unseren eigenen Körper. Da kann uns die Yoga-Philosophie ganz entscheidend bei unterstützen. Um mit Yoga zu starten, benötigst Du erstmal nicht viel. Nur bequeme Kleidung, ggf. ein Handtuch und im Zweifelsfall eine Yogamatte. Natürlich solltest Du die Übungen regelmäßig von einem erfahrenen Yoga-Lehrer überprüfen lassen. Doch zu Beginn kannst Du mit Videos, Büchern oder Freunden einfach loslegen. Da bekommst Du schon eine Idee, ob Yoga das Richtige für Dich ist. Unterricht findest Du in jedem Fitnessstudio oder Yoga-Studio aber auch online wird immer beliebter und kann Dir bei einer individuellen und zeitlich unabhängigen Yoga-Praxis helfen.

Das also die Surfcamps oft auch ein Yoga-Angebot haben, ist kein Zufall. Yoga ist ein großartiges Werkzeug für Deinen Körper und für Deinen Geist. Teste es und profitiere dann auch davon, um mit der Welle in eine tiefe Meditation zu verfallen.

Für Infos zu Retreats, Workshops und Online Trainings check: http://www.patricksflow.yoga